Freitag, 27. November 2015

Meine Geschichte zum Thema Herzenswünsche: Otto Weihnachtsfilm 2015 (Sponsored Video)





Die Geschichte im diesjährigen Otto Weihnachtsfilm ist wirklich rührend! Sie steht unter dem Motto "Weihnachten ist in dir" und die Botschaft dahinter soll zum Nachdenken anregen, worauf es an Weihnachten tatsächlich ankommt. Die Geschichte dreht sich um Herzenswünsche, aber nicht um die eigenen, sondern die Wünsche anderer. Wünsche, die man erfüllt ohne eine Gegenleistung zu erwarten oder weil man es muss, sondern um andere glücklich zu machen.

Mir fiel dazu eine Geschichte aus meiner Grundschulzeit ein. Damals hatten wir in der Vorweihnachtszeit für etwa 6 Wochen einen Gastschüler. Die Familie arbeitete auf einem Weihnachtsmarkt in der Nähe, wenn ich mich richtig erinnere, hatten sie dort einen Stand mit Süßkram und ein Karussel.
Martin und seine ältere Schwester waren es gewohnt, ständig in anderen Schulen zu sitzen, sie fuhren dauernd von einem Ort zum nächsten.

Als ob das nicht schon schwer genug für die beiden gewesen sein musste, wurden sie auch wegen ihres Äußeren gehänselt. Besonders Martin traf es ziemlich hart. Er trug alte, abgetragene Klamotten und hatte noch nichtmal nen richtigen Ranzen, sondern einen roten Rucksack mit Sparkassenlogo, der auch noch kaputt war. Einer der Trageriemen war abgerissen und er musste ihn immer festhalten damit ihm der Rucksack nicht über die Schulter rutscht.

Ein Mäppchen hatte er auch nicht, seine paar Stifte schmiss er lose in den Rucksack.
Eigentlich hätte er uns wirklich leid tun müssen aber wie fies Kinder manchmal so sind, haben wir uns alle über ihn lustig gemacht.
Besonders sein Rucksack gab immer wieder Anlass zu Hänseleien, sodass er innerhalb weniger Tage nur noch als "Sparkassen-Martin" bekannt war.
Unserer Klassenlehrerin blieb natürlich nicht verborgen, dass Martin täglich gepiesakt wurde und so wusch sie eines Morgens der gesamten Klasse gehörig den Kopf.

Ich weiss noch, dass ich mich ziemlich schämte und ein schlechtes Gewissen bekam, so wie die meisten in der Klasse. Ihr Vorschlag, etwas Geld zu sammeln, um Martin einen Ranzen zu kaufen, fanden wir daher alle gut. Wer wollte, konnte 2 DM mitbringen, den Rest wollte unsere Lehrerin beisteuern.
Ich weiss nicht wieviel zusammenkam aber die meisten brachten tatsächlich was mit, auch ich.

Die Lehrerin besorgte also einen Ranzen, inkl. Mäppchen und Turnbeutel. Es war kein teures Markenteil aber Luxus im Vergleich zu dem alten Sparkassenrucksack.
Martin war totaler He-Man Fan und die Lehrerin schaffte es doch tatsächlich einen Ranzen mit den Masters of the Universe aufzutreiben.

Ich kann mich nicht mehr an alles detailiert erinnern aber ich weiss noch ganz genau, wie Martin das Teil auspackte: Er brach in Tränen aus! Und nicht nur ein bisschen, er weinte hemmungslos und bekam sich gar nicht mehr ein. Ich hab immer noch dieses Bild im Kopf wie er den Ranzen umklammert und schluchzt.
Noch nie hatte ich vorher ein Kind gesehen, dass sie so über etwas freut, schon gar nicht über nen Ranzen! Das hat mich damals schon ziemlich bewegt und wenn ich heute daran denke, hab ich immer noch einen Kloß im Hals.

Wir haben Martin danach nicht mehr gesehen, es war der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien aber ich bin mir sicher, dass er zumindest seiner Schultasche wegen, in anderen Schulen nicht mehr so gehänselt wurde.

Er war zwar nur kurz da aber die Erinnerung an diese Situation hat sich so bei mir eingebrannt, dass ich ihn vermutlich nie vergessen werde!

*Beitrag in Zusammenarbeit mit Otto.de!

Kommentare:

  1. Ich mag deine Art zu schreiben einfach sooo unglaublich gerne... <3

    Wünsch dir ne schöne Vorweihnachtszeit!

    Angie

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  2. Ach Gott, ich hab jetzt tatsächlich angefangen zu heulen. Kinder (aber auch Erwachsene) können wirklich grausam sein. Und verrückt, wie das Gedächtnis funktioniert. Ich habe manchmal richtige Flash Backs, da schiesst mir plötzlich irgendeine Gemeinheit durch den Kopf, die mir angetan wurde oder die ich selbst fabriziert habe und zwar vor einer Ewigkeit. Und trotzdem ist es so real, als wäre es gestern passiert. Da kommt heute noch das Schamgefühl hoch.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein schönes friedliches Fest. Und bleibt vor allem gesund, denn das ist das wichtigste.

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  3. Vielen lieben Dank, das wünsche ich dir und deinen Lieben auch :)))

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  4. Schöne und rührende Geschichte, aber ich dachte bis zum Ende wirklich, dass es sich irgendwie um einen Film mit Otto Waalkes handelt und war verwundert, dass er so einen offenbar jedes Jahr dreht^^

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    1. Oh Gott, ich musste grad laut loslachen, herrlich XD

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